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Ausstellung
Donnerstag, 23.06.22, 14:00 Uhr

Fokus Ukraine

Lena Sigrist (*2001), «косити косарку», 2020, 3:09 min. «косити косарку» ist ukrainisch und bedeutet «Mäher mähen». Es ist der Titel eines alten ukrainischen Volkslieds, das von ukrainischen Frauen im Takt zum Geräusch der schneidenden Sense bei der Feldarbeit gesungen wurde. Das Singen von Volksliedern ist mit Gemeinschaftsgefühl und Nationenbildung verbunden – Themen, welche die Ukraine prägen und beschäftigen. Während das Lied immer kollektiv gesungen wurde, bildet die Künstlerin Lena Sigrist im Video einen Chor mit sich selbst. Ihre Videoperformance entstand im ersten Covid-Lockdown im März 2020 und erhält durch den Ausbruch des Ukraine Kriegs im Februar 2022 eine neue Dimension. Die Künstlerin sagt dazu: «Ich kann nicht nachfühlen, was es bedeutet, vor dem Krieg zu flüchten. Die Emotionen und Erlebnisse stehen in einem Gegensatz zu mir und meiner Situation. Aber ich versuche zu verstehen.» Maksym Khodak (*2001), «Flags of Propaganda», 2018, 3:00 min. Panzerkreuzer Potemkin von Sergei Eisenstein, 1925 uraufgeführt, ist einer der bekanntesten Filme der Geschichte. Der Höhepunkt des Films ist das Hissen einer roten Flagge über dem Deck des Schlachtschiffs. Aufgrund der Besonderheiten des Schwarz-Weiss-Kinos war es jedoch schwierig, die rote Farbe der Flagge zu zeigen. Deshalb beschloss Sergei Eisenstein, eine weisse Flagge zu verwenden, die er anschliessend in jedem Einzelbild des Premieren-Films rot ausmalte. Der ukrainische Künstler Maksym Khodak wiederholt in «Flags of Propaganda» die Geste des Regisseurs, indem auch er die Fahnen einfärbte. Der einzige Unterschied ist, dass er statt des bolschewistischen Rots die Farben der einflussreichsten Ideologien verwendete, um die in der modernen ukrainischen Gesellschaft gekämpft werden. Mykola Ridnyi (*1985), «Seacoast», 2008, 1:00 min. Die an einer Küste des Schwarzen Meeres gedrehte Videoarbeit «Seacoast» des ukrainischen Künstlers Mykola Ridnyi zeigt einen statischen Horizont mit vereinzelten, fischenden Menschen. Die ruhige Oberfläche des Bildes wird von Quallen unterbrochen, die im Vordergrund auf den harten Boden klatschen. Sie erzeugen dabei ein Geräusch, das an Bombenabwürfe erinnert und mit Aufnahmen von Frequenzen eines Düsenflugzeugs erzeugt wurde. Das Video vermittelt die Unbeständigkeit und Relativität der Ruhe, wie schnell und leicht militärische Aggressionen in der modernen Welt eskalieren können. Diese Arbeit entstand als Reaktion auf den Konflikt zwischen Georgien, Abchasien und Russland, der 6 Jahre vor dem Einmarsch in die Ukraine und der Annexion der Krim stattfand. Die Auswahl und Präsentation entstand in Zusammenarbeit mit Videocity. videokunst.ch unterstützt vollumfänglich die Spendenaktion von Videocity, um möglichst viele Honorare an Künstler*innen zahlen zu können: https://www.videocity.org/donate-for-ukraine *** Eröffnung: Donnerstag, 19. Mai, 2022, 18-20 Uhr, Showroom im PROGR Eröffnung: Freitag, 20. Mai 2022, ab 20 Uhr im Videofenster Houdini Kino/Bar in Zürich

Veranstaltungsort

videokunst.ch Showroom im Progr
Waisenhausplatz 30
3011 Bern
info@videokunst.ch